| Unternehmen - Kleine Idee, große Wirkung | ||
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Schlosser und Dachdecker waren die Männer, bevor sie 2001 ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Gestartet sind sie mit Computerhandel und Webhosting. Als dann das unter dem Namen DSL bekannte schnelle Internet aufkam, fingen die beiden an, zu experimentieren, sich untereinander mit Funk zu verbinden - und plötzlich wollte ein Bekannter nach dem anderen an ihr Netz angeschlossen werden. "Seit sechs Jahren bringen wir Breitband in die Dörfer", sagt Felix Möller und beschreibt so mit wenigen Worten die Lösung eines Problems, das nach wie vor viele Gemeinden und ihre Einwohner quält. Den großen Unternehmen ist es zu teuer bzw. der zu erwartende Gewinn zu gering - für die Frankenhainer die Chance, ihre Idee mit dem kostengünstigen Funksystem zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Projekt auszubauen. Was in Frankenhain begann, in Gossel, Crawinkel, Luisenthal und Geschwenda seinen Fortgang nahm und inzwischen bis ins Ilm- und Wipfratal ausstrahlt, wird künftig auch in Hausen und Ettischleben Internetnutzer erfreuen. Knapp 30 Ortschaften mit etwa 1000 Kunden sind bisher angeschlossen, mit höchstem Sicherheitsstandard, das ist den Anbietern besonders wichtig. Derzeit bis zu vier Megabit und ab Januar sogar sechs Megabit pro Sekunde bieten die "Ilm-Provider" an, zu Preisen, die sich neben denen der Konkurrenz sehen lassen können. "Und unsere Upload-Geschwindigkeit ist doppelt so hoch wie bei vergleichbaren DSL-Tarifen", betont Felix Möller. Als weiteren Vorteil der Funkübertragung benennt er die Tatsache, dass dort, wo Empfang ist, auch die volle Leistung anliegt. Und es brauche keine gewaltigen Investitionen beim Nutzer, sondern nur eine kleine Antenne, die auch bei schlechtem Wetter keine Probleme hat, die Verbindung herzustellen. Das überzeugte inzwischen neben Privatpersonen auch Gemeindeverwaltungen wie im Ilm- und Wipfratal sowie Firmen wie KHW, Umweltsensortechnik und Finestra in Geschwenda oder Lehmann & Partner in Kirchheim, die sich ohne die Technik der Frankenhainer wohl noch immer mit langsamen Verbindungen ins Internet quälen müssten. "Und das alles bieten wir für die Gemeinden ohne Kosten an, außerdem nehmen wir im Gegensatz zu den Großen der Branche auch keine Fördermittel aus Steuergeldern in Anspruch", stellt der Geschäftsführer klar. Etwa 20 Nutzer sind nötig, um eine Gemeinde ans Netz zu bringen, Anfragen liegen reichlich vor, inzwischen auch zunehmend aus dem Raum Sömmerda und Ostthüringen. Im kommenden Jahr wird wohl eine zusätzliche Arbeitskraft benötigt, von vier Vertriebspartnern werden die Frankenhainer inzwischen unterstützt - aber riesiges Wachstum wie bei Microsoft & Co. ist nicht ihr Ziel, sondern Service aus der Region für die Region. Vielleicht, so hoffen Christian Knöfel und Felix Möller, können sie ja ihren kleinen Teil dazu beitragen, dass Deutschland bald kein Breitband-Entwicklungsland mehr ist. Das wäre doch auch schon was Großartiges. Thomas BECKER |
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| - 12.11.2009 08:49:00 |