Netzausbau - Eon-Tochter Netkom will 100 Thüringer Gemeinden mit schnellem Internet versorgen.

Nach dem Pilotprojekt zum Anschluss von 25 Landgemeinden an das DSL-Netz will die Thüringer Netkom GmbH im nächsten Schritt 100 weitere Thüringer Orte im ländlichen Raum mit einem superschnellen Internetzugang versorgen, darunter 24 in Ostthüringen.

"Die Technik funktioniert, für die meisten Kunden hat sich eine völlig neue Internetwelt erschlossen. Die Ergebnisse unseres Startvorhabens waren damit in jeder Hinsicht überzeugende Argumente dafür, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen", sagte Geschäftsführer Karl Schreier.

Mit einem Investitionsaufwand von vier Millionen Euro hatte das Tochterunternehmen der Eon Thüringer Energie im Vorjahr in 24 bislang nicht mit DSL versorgten Orten in elf Landkreisen sowie einem Erfurter Ortsteil das Surfen mit einer Geschwindigkeit von 6 bis 25 Megabit/Sekunde ermöglicht. Solche Highspeed-Netze bestehen bislang in Deutschland nur in wenigen Großstädten.

Für die Anbindung der nächsten 100 Orte an das sogenannte Breitbandnetz nutzt das Telekommunikationsunternehmen eigene Glasfaserleitungen, die zusammen mit Strom- und Erdgasleitungen verlegt sind und auch zur Überwachung und Steuerung des Energienetzes von Eon Thüringer Energie dienen. Neu verkabelt werden müsse damit lediglich das letzte Wegstück bis zur jeweiligen Verteilerstation des örtlichen Telefonnetzbetreibers, erklärte Pressesprecher Olaf Werner. Die Thüringer Netkom GmbH trete dabei ausschließlich als Netzbetreiberin auf und überlasse nach Fertigstellung der Infrastruktur das direkte Kundengeschäft Drittanbietern.

Für den weiteren Ausbau wurde unter anderem das Unternehmen Ilm-Provider aus Frankenhain gewonnen.

 

"Wichtig für unser Engagement auf dem Land ist und bleibt natürlich die Wirtschaftlichkeit", erläutert Schreier. In Fällen, in denen längere Glasfaser-Strecken verlegt werden, müssen die Gemeinden möglicherweise Zuzahlungen leisten. Das Land stellt für diese Fälle Fördermittel bereit.

Auch Eigenleistungen der Kommune, etwa beim kostenintensiven Tiefbau, könnten die Wirtschaftlichkeitslücke verkleinern. Die Entscheidung liege nun bei den angesprochenen Gemeinden und ihren Bewohnern. Wer schnell handele, könne bereits im September online sein, so Schreier.

Quelle: OTZ vom 01.05.2010

- 04.05.2010 12:02:00