Netzausbau - Spezialauffahrt zur Datenautobahn

Angelroda setzt sich in Sachen Breitband-Internet mit Frankenhainer Hilfe an die Spitze im Geratal

Mit bis zu 16 MBit pro Sekunde können die gut 400 Angelrodaer Bürger seit gestern online gehen, das ist zwischen 16 und 50 Mal so viel wie bisher vom Netzeigentümer Telekom angeboten. Einzige technische Voraussetzung ist der Anschluss an die örtliche Antennengemeinschaft, zu der 150 Haushalte gehören.

Von Henry Trefz


ANGELRODA. Bis zur Thüringer-Wald-Autobahn müssen die Angelrodaer ein paar Umwege fahren, obwohl die Talbrücken vom Ort zu sehen sind. Beim Anschluss an die weltweite Datenautobahn aber haben die Bürger -namentlich der Vorstand der Antennengemeinschaft- eine unkomplizierte Lösung für einen eigenen Abfahrt gefunden. „Wir haben im letzten Oktober eine Umfrage unter unseren Mitgliedern gemachteinei der Hälfte großes Interesse für schnelles Internet gefunden," erklärt Vorsitzender Rüdiger Waase den Ablauf. Ab da sei klar gewesen: „Das machen wir!"
Technischer Partner einmal mehr: Die Firma Ilm-Provider aus Frankenhain. Und so nimmt dann auch das Internet-Signal einige interessante Wege: Vom Antennenmast auf der Hohen Warte bei Elgersburg gelangt das Signal zuerst auf die von dort sichtbare Kopfstation der Neusißer Antennengemeinschaft. Von dort wird es per Richtfunk auf den kleinen Mast hinter der angemieteten Garage an Angelrodas Hauptstraße gesendet und dann via Antennenkabel verteilt.
Bei so viel digitalem Fortschritt unterbrachen auch Bürgermeister Udo Lämmer (CDU) und Geratal-VG-Chef Frank Geißler ihre sonstigen Geschäfte für eine kurze Stippvisite. Udo Lämmer freute sich: Es soll mal keiner denken bloß, weil urigere Bürger etwas älter sind, würden sie kein Internet nutzen. Und mit dem neuen Angebot siedelt sich hoffentlich bald auch wieder junges Blut hier an."

Frank Geißler wusste von der Aufmerksamkeit zu berichten, die die Breitband-Offensive im Geratal nach sich zog: In Martinroda sei der halbe Ort mit dem Funk-DSL-Angebot ja schon gut versorgt. Seit man dort von den Angelrodaer Plänen hörte, wolle sich nun auch die Antennengemeinschaft mit einbringen und die ganze Ortslage anbinden. Auch aus Geraberg, wo längst nicht die ganze Ortslage vom Datenknoten der Deutschen Telekom in Elgersburg profitiert, werde geprüft, ob man mit Ilm-Provider entlegene Straßenzüge besser anbinden könne.
Gefragt, ob man der Konkurrenz der Großanbieter auch dann standhalten werde, wenn diese ihr Festnetz ausbaue, gab sich Christian Knöfel von Ilm-Provider optimistisch: „Das würde uns sogar freuen, denn wir würden gern die schnellen Netze anmieten."

Quelle: TA

- 06.05.2010 09:02:00